Der imposante Dynjandi-Wasserfall zieht jedes Jahr Tausende Besucher an – bislang jedoch fast ausschließlich im Sommer. Die Hochebene Dynjandisheiði, die den südlichen mit dem nördlichen Teil der Westfjorde verbindet, war in den Wintermonaten traditionell unpassierbar. Doch mit den laufenden Straßenverbesserungen könnte sich dies bald ändern, wenn es auch einen konstanten Winterräumdienst geben sollte.
Die Bauarbeiten am Dynjandisvegur, die Anfang Juni begonnen haben, sollen bis September kommenden Jahres abgeschlossen sein. Dann soll die Strecke erstmals das ganze Jahr über befahrbar sein. „Die Sommer sind großartig, aber wir wollen zeigen, dass auch der Winter viele Möglichkeiten bietet“, sagt Sölvi Guðmundsson, Marketing-Projektmanagerin bei Vestfjarðarstofa, der regionalen Tourismusorganisation, im Interview mit Visir.
Chancen für die Region
Neben dem Dynjandisvegur wird die Erreichbarkeit auch durch neue Brücken über Gufufjörður, Djúpifjörður und den Tunnel Dýrafjarðargöng weiter verbessert. Die Tourismusbehörde sieht darin einen Schlüssel, um den Wintertourismus in den Westfjorden zu stärken.
Guðmundsson räumt ein, dass viele Menschen den Westen Islands im Winter für unpassierbar halten. „Das ist ein Mythos. Natürlich ist Reisen im Winter in Island eine Herausforderung, egal ob nach Norden, Osten oder Westen – man muss immer auf Wetter und Verkehr achten. Aber möglich ist es“, so Guðmundsson.
Angebote schon vorhanden
Schon jetzt gibt es Winterangebote in der Region: Nordlichttouren in Heydalur, Schlittentouren in Djúpavík, Fototouren nach Hornstrandir sowie ein internationales Langlaufturnier. Auch Festivals wie Galdrafár, das Dokumentarfilmfestival und das Musikfestival Aldrei fór ég suður locken Besucher an.
Mit den neuen Straßenverbindungen hofft die Region, künftig mehr Gäste anzuziehen – nicht nur im Sommer, sondern auch während der langen, dunklen und zugleich faszinierenden Wintermonat.
Titelfoto Brückenbau über den Djúpafjörður im August 2025 / © Mirjam Lassak

