Die Flugwarnstufe für das Vulkansystem Bárðarbunga wurde in der Nacht auf Sonntag auf Gelb angehoben. Grund ist ein intensiver Erdbebenschwarm nordwestlich der Caldera, der am Samstagabend gegen 20 Uhr begann.
Das stärkste Beben erreichte um 20:14 Uhr eine Magnitude von 4,8. Seitdem wurden Hunderte weitere Erdbeben registriert, darunter mehrere Ereignisse mit Magnituden über 3. Nach Angaben des Isländischen Wetterdienstes handelt es sich um eine der stärksten seismischen Phasen im Bárðarbunga-System seit den Eruptionen von 2014 bis 2015.

Wie die isländische Nachrichtenagentur RÚV berichtet, wurden bis in die Nacht hinein rund 250 Nachbeben erfasst, davon elf mit einer Magnitude von mehr als 3. Trotz der starken Aktivität wird derzeit kein vulkanischer Tremor gemessen, der auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch hindeuten würde.
Der Wetterdienst betont, dass aktuell keine Anzeichen eines Vulkanausbruchs beobachtet werden. Die Warnstufe wurde vorsorglich erhöht, während die Entwicklung der Aktivität weiterhin genau überwacht wird.
Eine vergleichbare seismische Aktivität wurde zuletzt im Januar 2025 registriert. Damals bezeichneten Experten die Schwarmbeben als die stärkste Episode seit dem Holuhraun-Ausbruch und als Teil des langjährigen Wiederaufladungsprozesses des Bárðarbunga-Systems.
Die Lage soll in den kommenden Stunden erneut bewertet werden.
Titelbild: Hilfsweise mangels Foto ein Screenshot der Webcam des Vulkan Grimsvötn / Vedurstofa


