Ein Spaziergang durch erstarrte Lava: Der Lavatunnel Páskahellir auf Heimaey ist ein echtes Mikro-Abenteuer abseits der bekannten Wege in Island.
Páskahellir ist ein kleiner, natürlicher Lavatunnel auf der Insel Heimaey in den Westmänner-Inseln. Entstanden ist er während des Ausbruchs des Eldfell im Jahr 1973. Hier kannst du wortwörtlich auf den Spuren fließender Lava wandern – ohne Tour, ohne Infrastruktur, dafür mit echtem Entdeckergefühl.
Wenn du Island abseits der typischen Highlights erleben willst, ist diese kurze Wanderung genau das Richtige für dich.
Wie entstand der Lavatunnel Páskahellir?
Der Ausbruch des Eldfell-Ausbruch 1973 dauerte vom 23. Januar bis zum 3. Juli 1973 und veränderte die Insel nachhaltig.
Die Lava floss ins Meer und bildete das Lavafeld Paskahraun. Während dieses Prozesses entstand auch der Tunnel: Außen kühlte die Lava schneller ab, während im Inneren weiterhin glühende Lava floss – bis der Strom versiegte und ein hohler Tunnel zurückblieb.
Der Name „Páskahellir“ (Osterhöhle) geht darauf zurück, dass sich die Höhle um die Osterzeit formte.
Lage und Anfahrt
Páskahellir liegt auf der Südostseite von Heimaey, direkt am Fuße des Eldfell. Der einfachste Zugang erfolgt über den Fellavegur. Viele parken in der Nähe des lokalen Schießstandes („Shooting Range“). Von dort führt der Weg direkt ins Lavafeld.
Wichtig: Der Zugang verläuft am Schießstand vorbei – halte kurz Ausschau und stimme dich ggf. mit anwesenden Personen ab.


Von hier habe ich einen unglaublichen Blick auf Eldfell, der an diesem sonnigen Tag in schönsten Rottönen erstrahlt.

Der Weg zur Höhle – das eigentliche Highlight
Der Weg ist das Highlight
Schon vom Parkplatz aus hast du einen beeindruckenden Blick auf den rot schimmernden Eldfell. Von dort geht es einen kleinen Hang hinunter ins Lavafeld.


Ein schmaler Trampelpfad führt dich durch das zerklüftete Lavagestein. Orientierung ist simpel: Du folgst einfach dem sichtbarsten Pfad.
Nach etwa 10–15 Minuten erreichst du ein gut erkennbares Loch im Lavafeld – den Eingang von Páskahellir.



Im Inneren von Páskahellir
Der Tunnel ist etwa 30 Meter lang und relativ offen. Es wird nie komplett dunkel, da an mehreren Stellen Licht einfällt.
Du steigst über Lavabrocken hinab und bewegst dich durch eine röhrenartige Struktur – fast so, als würdest du durch eine erstarrte Lavawelle gehen. Ein besonderes Detail: Gleich am Eingang kannst du durch Öffnungen nach oben blicken.
Am Ende steigst du wieder über Lavagestein hinaus – mit Blick zurück auf den Eldfell und das Lavafeld.




















Lohnt sich Páskahellir?
Ja – aber aus den richtigen Gründen. Páskahellir ist kein spektakulärer, riesiger Lavatunnel. Er ist klein und ursprünglich. Genau das macht ihn interessant.
Wenn du:
- kurze, besondere Stopps suchst
- Island abseits der Massen erleben willst
- gerne selbst entdeckst statt geführter Touren
… dann passt dieser Ort perfekt.
Sicherheit & Tipps
- Trittsicherheit ist wichtig (scharfes Lavagestein)
- Gute Wanderschuhe
- Vorsicht beim Ein- und Ausstieg
- Keine Beleuchtung nötig
Alternative: Großer Lavatunnel mit Tour
Wenn du einen größeren und besser zugänglichen Lavatunnel sehen willst, lohnt sich ein Besuch in der Raufarhólshellir. Dieser liegt nahe Hveragerði und Þorlákshöfn und ist deutlich größer sowie im Rahmen geführter Touren zugänglich.
Hinweis
Es gibt noch eine weitere Höhle namens Páskahellir in den Ostfjorden – nicht zu verwechseln mit dieser hier auf Heimaey. Ich habe sie besucht und im SALT.Magazine findet ihr meinen Artikel darüber.



