Erst Vulkan, jetzt Straftäter: Polizei in Island testet Drohnen zur Ortung

Die Polizei im isländischen Hauptstadtgebiet setzt seit der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres verstärkt auf Drohnen zur Unterstützung der Einsatzkräfte, berichtet Morgunblaðið. In Zusammenarbeit mit dem Büro des Nationalen Polizeipräsidenten läuft das Projekt „Drohnen als Ersthelfer“, das die Übersicht über Einsatzlagen verbessern und schnellere Reaktionen ermöglichen soll.

Fünf Andockdrohnen im Einsatz

Zum Einsatz kommen sogenannte Andockdrohnen, die fest installiert sind und innerhalb weniger Sekunden nach Eingang eines Notrufs automatisch starten können. Insgesamt patrouillieren derzeit fünf dieser Drohnen im Hauptstadtgebiet. Sie liefern der Einsatzleitung frühzeitig Luftbilder und Live-Informationen vom Einsatzort.

Nach Angaben der Polizei wurden die Drohnen bislang in rund 80 Einsätzen und Projekten genutzt. Sie erleichtern unter anderem die Suche nach Straftätern und die Einschätzung unübersichtlicher Situationen.

Ursprung beim Vulkanausbruch auf Reykjanes

Der Ursprung des Projekts liegt in den Vulkanausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel. Damals installierte die Polizei gemeinsam mit dem Katastrophenschutz erstmals Andockdrohnen in der Nähe von Grindavík und Svartsengi, um die Lage aus der Luft zu überwachen.

Später kamen die Drohnen auch bei Großereignissen zum Einsatz, darunter beim Gipfeltreffen des Europarats im Mai 2023 sowie beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Island.

Titelfoto: Andockdrohne in Grindavik / Mirjam Lassak

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